Die erste EXPO in Zentralasien

– Impuls für die Entwicklung einer modernen Wirtschaft

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EXPO ist die Abkürzung von Exposition – Ausstellung. Und diese EXPO ist nicht einfach nur eine beliebige Ausstellung. Es ist eine WELTausstellung: Exposition Universelle Internationale, Exposition Mondiale oder World’s Fair. Diese Ausstellungen haben seit 1851 ihren Platz in der Geschichte der Menschheit, die erste wurde auf Initiative von Prinz Albert in London veranstaltet, als erste internationale Ausstellung, die in der Zeit der Industrialisierung als technische und kunsthandwerkliche Leistungsschau eine ganze Epoche verkörperte. So wurde sie auch genannt: Great Exhibition of the Works of Industry of All Nations. Im berühmten Hyde-Park in London wurde als Ausstellungshalle ein riesiger Palast aus Stahl und Glas errichtet – der Kristallpalast, der 1936 leider abbrannte. Schon bald darauf zog die Expo über den Ozean und fand auch in Amerika statt. Die erste Weltausstellung in Asien war die in Osaka 1970.

Die bekannteste Expo war wahrscheinlich die von 1900 in Paris – sie hatte 50 Millionen Besucher, das war für die damalige Zeit sensationell. Wusstest Du, dass der berühmte Eiffelturm auch anlässlich einer Weltausstellung gebaut wurde: 1889 in Paris? Auch das Atomium in Brüssel, die Space Needle in Seattle und die Sunsphere in Knoxville wurden für Weltausstellungen errichtet. Weltausstellungen zeichnen sich oft durch originelle Architektur aus, die das Traditionelle und Typische des jeweiligen Landes in einen modernen und internationalen Rahmen stellt. In der Vergangenheit ist es allerdings oft vorgekommen, dass die aufwändigen und teuren Pavillons nach der Ausstellung abgerissen wurden.

Viele berühmte Erfindungen wurden erstmals auf Weltausstellungen präsentiert und traten von hier ihren Siegeszug durch die Haushalte an: Espressomaschine, Streichhölzer, Nähmaschine, Fahrrad und Telefon, der Kühlschrank und der Lippenstift, der Reißverschluss und die Geschirrspülmaschine, Krimsekt und der Tonfilm. Auch die elektrische Schreibmaschine, Fahrstuhl, Mähdrescher, Riesenrad, Metro, Pendelseilbahn und Trolleybus sowie das erste elektrische Hybridauto wurden erstmalig auf Weltausstellungen vorgeführt.

Weltausstellung heißt,

dass (fast) die ganze Welt hier teilnimmt. Auf der EXPO 2000 in Hannover zum Beispiel stellten auf einer Fläche von 160 Hektar 150 Länder aus. In fünf Monaten besuchten 18 Millionen Besucher die Pavillons. Die Ausstellung stand unter dem Motto „Mensch, Natur und Technik – Eine neue Welt entsteht“.

In Saragossa wurde 2008 das Thema „Wasser und nachhaltige Entwicklung“ behandelt. Knapp 6 Millionen Besucher sahen die Ausstellung auf einer relativ kleinen Fläche von 25 Hektar. Durch die EXPO erhielt die Stadt ein Straßenbahnnetz, ein Kongresszentrum, ein High-Tech-Gewerbegebiet, ein Flussaquarium, einen neuen Park und eine zweistöckige Glasbrücke über den Fluss Ebro.
Die EXPO 2010 in Schanghai brach alle Besucherrekorde: 73 Millionen Menschen waren hier, sicher spielt dabei auch der Bevölkerungsreichtum des Gastgeberlandes eine Rolle.

Das Motto „Better City, Better Life“ (dt. Eine bessere Stadt, ein besseres Leben) vereinigte 242 Aussteller aus 192 Nationen und 50 internationalen Organisationen.

In Milano 2015 kamen während der sechs Monate Ausstellungszeit über 20 Millionen Besucher in die Pavillons von 138 Ländern und informierten sich zum Thema „Feeding the Planet, Energy for life“ (dt. Den Planeten ernähren, Energie für das Leben).

Unsere EXPO in Astana ist die erste EXPO in Zentralasien. Sie steht unter dem Motto „Energie der Zukunft“ und wird auf 113 Hektar Exponate aus ca. 100 Ländern zeigen. Man erwartet 3 bis 4 Millionen Besucher in den drei Monaten zwischen der Eröffnung am 10.6. und der Abschlussveranstaltung am 10.9.2017.

Eine Weltausstellung hat also einen etwas anderen Maßstab als die Ausstellung in einem Heimatkundemuseum, und das gilt auch finanziell. So kostete die EXPO 2000 in Hannover 3,5 Milliarden DM!

Warum gibt man so viel Geld für eine Ausstellung aus, die nur wenige Monate zu sehen ist? Lohnt sich das überhaupt?

Die Antwort ist: JA!
Der wichtigste Rohstoff, den wir hier auf unserer Erde haben, sind keine Bodenschätze. Der wichtigste Rohstoff ist — WISSEN! Und die wichtigste Produktivkraft ist der Mensch als Träger dieses Wissens.

Dieses Wissen wächst und vermehrt sich nicht von allein. Wissen ist ein internationaler Prozess, es lebt vom Austausch.

Am Anfang des Wissens steht immer die Wissbegierde. Wenn der Mensch nichts wissen will, wenn ihn nichts interessiert, dann ist es schlecht bestellt um unser Wissen und um unsere Entwicklung. Wissbegierde aber muss man „füttern“. Es muss ein „Stoff“ da sein, der die Wissbegierde anregt. Ungelöste Probleme, interessante Fakten, vorwärtsweisende Fragestellungen, augenöffnende Exponate – das macht uns wissbegierig und treibt uns voran. Natürlich können wir uns Wissen aus der Schule und der Uni holen, aus Büchern und aus dem Internet. Aber nichts geht über den lebendigen Austausch! Geballte Information und Interaktion, Erfahrungsaustausch, Anregungen, brain storming – das ist genau das, was auf solch einer Weltausstellung stattfindet.
Die fortschrittlichsten Erfindungen der Epoche werden hier allen Besuchern zugänglich gemacht – und zwar so, dass auch Nicht-Experten sie verstehen. An den Exponaten aus aller Welt wird Begeisterung geweckt für Neues, Fortschrittliches. Der Wunsch entsteht, selbst dabei zu sein bei der Anwendung und vielleicht sogar bei der Entwicklung neuer Lösungen. Der Besuch einer EXPO kann eine richtige Initialzündung in unserem Gehirn auslösen. Wir leben in einem Zeitalter der Hochtechnogien. IT und Vernetzung machen vieles möglich, überwinden territoriale und zeitliche Entfernungen – und doch ist der lebendige Austausch auf einer EXPO schwer zu ersetzen. Jede Technologie, und sei sie noch so fortschrittlich, bedarf der leitenden Hand des Menschen, um Positives zu bewirken. Und jede Problemlösung ist aus einer richtigen Fragestellung entstanden.

An der Themenwahl der Weltausstellungen seit 2000 kann man gut erkennen, worum es geht: In einer globalisierten Welt mit wachsender Bevölkerung, explodierendem Ressourcenverbrauch und kritischer Umweltsituation bis hin zu Klimawandel die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung zu stellen und damit die Zukunft zu sichern. Die EXPO in Astana fügt sich hier gut ein. Als Thema für die Expo 2017 wurde „Future Energy: Action for Global Sustainability“ (dt. Energie der Zukunft: Maßnahmen für weltweite Nachhaltigkeit) gewählt. Im Mittelpunkt stehen dabei die ausreichende und gesicherte Versorgung mit Energie in Entwicklungsländern und der weltweite Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien. Es ist sicher nicht übertrieben, wenn wir feststellen: Beim Thema “Energie der Zukunft” handele es sich um eine der größten Herausforderungen, der die Menschheit heute gegenübersteht.

Die EXPO in Astana

wird uns Visionen geben für eine Zukunft, die bereits begonnen hat. Und sie wird uns auffordern, diese Zukunft mitzugestalten. Kasachstan wird den Impuls der EXPO im eigenen Land nutzen und den Übergang zu den Energien der Zukunft forcieren.

Welchem Umstand haben wir es zu verdanken, dass Kasachstan in diesem Jahr Gastgeber der EXPO ist? Kasachstan erklärte seine Bereitschaft, die EXPO 2017 in Astana auszurichten, im Juli 2010 auf der Mitgliederversammlung des Bureau International des Expositions (BIE), der offiziellen Institution zur Vergabe der Weltausstellungen (www.bie-paris.org). Im November 2012 setzte sich Astana gegen den Mitbewerber Lüttich (Belgien) durch.

Eine EXPO auszurichten, ist eine große Ehre für eine Stadt und ein Land. Aber es bedeutet auch eine große Verantwortung. Es geht nicht nur darum, eine interessante, zukunftsweisende Weltausstellung zu organisieren. Das ganze Land muss bereit sein, Millionen Gäste zu empfangen, würdig zu betreuen und zu beherbergen. Jeder einzelne dieser Gäste soll nach seinem Besuch die Botschaft in die Welt tragen, dass Kasachstan ein gastfreundliches und modernes Land ist.
Alle zusammen werden wir diese Herausforderung meistern.

Siehe auch:
www.expomuseum.com/2017
astanaworldsfair.com
expo2017astana.com/

www.futureenergyforum.org

Fotos: Dagmar Schreiber.

Information

Adressen

Goethe-Institut Kasachstan
Naurysbay Batyr Str. 31
Business Zentrum „Premium“
050000 Almaty, Kasachstan
www.goethe.de/kaz
Tel.: +7 727 2797899
Fax: +7 727 2798241
E-Mail: info-almaty@goethe.de

INFOLAB@ Astana
Beibitshilik Str. 8
Tel.: +7 7172 57 12 40
E-Mail: infolab-astana@goethe.de

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