Erde

Mutter Erde – diese Redewendung kennen fast alle Völker. Wir sind Kinder der Erde. Von der Erde kommen wir, zu Erde werden wir. Gaia, die lebensspendende Göttin der Erde, war die Hauptgöttin bei den alten Griechen. Die Gottheit der Erde ist bei den meisten Völkern weiblich und ist meistens auch zuständig für Geburt und Tod.

Tughan zher, atameken – auch für die Kasachen ist die Erde heilig. Die Kasachen sind ein sehr erdverbundenes Volk. Ein Kleinkind oder ein von einer langen Reise Zurückgekehrter wurden über die Erde gerollt – das Kind, damit es seine Heimaterde lieben lernte, der Erwachsene, um ihn von allen Sehnsüchten und Kümmernissen zu heilen. Die Erde bringt unentwegt eine riesige Fülle und Vielfalt von pflanzlichem und tierischem Leben hervor und nimmt dessen Überreste wieder auf – ein ewiger Kreislauf der Lebenskraft.

Im Schoß der Erde schlummern ungeahnte Energien, von denen wir hin und wieder erfahren: Vulkane brechen aus, Erdbeben lassen ganze Landstriche erzittern. In der Erde ruhen Bodenschätze, die zur Energiegewinnung genutzt werden: Steinkohle, Braunkohle, Ölschiefer, Uran, Erdöl und Erdgas. Kasachstan hat besonders viel davon und nutzt sie für die Energiegewinnung. Außerdem bringt uns der Export dieser Energieträger Einnahmen, die unser Staatsbudget braucht. Aber diese Energieträger haben Nachteile. Erstens: Bei ihrer Verbrennung entsteht CO2, ein klimaschädliches Gas, das die Atmosphäre aufheizt und den Klimawandel vorantreibt. Zweitens: Bei ihrer Förderung wird Natur zerstört. Drittens: Uran und seine Verbrennungsrückstände setzen gesundheitsschädliche Strahlung frei. Viertens: Diese Energieträger sind endlich. Irgendwann werden wir sie aufgebraucht haben – und was machen wir dann? Müssen wir dann frieren?

Aber es gibt auch erneuerbare Energie in der Erde. An Orten, wo Erdspalten verlaufen, tritt heißes oder warmes Wasser aus. Kasachstan hat unzählige dieser heißen Quellen, die oft zu Heilzwecken genutzt werden. In manchen Ländern gibt es so viel Geothermie, dass man sie zur Energiegewinnung nutzt – in Island beispielsweise werden Gewächshäuser und Wohnungen mit dem heißen Wasser aus dem Erdinneren beheizt, 53 % der Energie kommen hier aus Erdwärme. Auch die Länder entlang des Ostafrikanischen Grabenbruchs nutzen verstärkt Erdwärme zur Stromerzeugung. Mit Wärmepumpen kann man Erdwärme auch dort nutzen, wo es keine heißen Quellen gibt. Noch ist diese Art der Energienutzung in Kasachstan nicht verbreitet, aber in Zukunft wird sich auch das ändern.

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