Geschichten aus dem Abfall

INFOLAB@ – das digitale Informationslabor des Goethe-Instituts Kasachstan in Astana – wurde für ein paar Tage zur Mülldeponie. Leere Plastikflaschen, Pappeimer, gebrauchte Tetrapacks, alte Knöpfe und Perlen – wühlt man im Müll, sind sie nicht auffindbar. All diese, auf den ersten Blick unnötigen “Produktionsabfälle”, werden von den Wächtern des magischen Energieflusses zu Dekorobjekten umgewandelt, die sich dabei kreatives Denken, einen behutsamen Umgang mit vertrauten Dingen und der Umwelt aneignen und ein Verständnis für ökologische Themen entwickeln.

Tatjana Ilchenko, die Leiterin des Workshops “Nützliches aus Abfall gewinnen“, flog extra von Almaty in die Hauptstadt, um den Teilnehmern des Spiels “Urbane Ecken“ verschiedene Arten und Techniken zu zeigen, mit denen man Altmaterialien neu verwerten kann. Darunter auch Plastiktüten, Seidenbänder, Zahnstocher und Müllcontainer. Es stellte sich heraus, dass es nicht so schwierig war, den auf dem Foto abgebildeten Magier, Kriegerkranz, zu gestalten: ein paar kreative Ideen, die richtigen Werkzeuge, ein wenig Geduld und ein paar Stunden Zeit, und schon entpuppte er sich als hübsche Innendekoration für Tür, Wand oder Decke.

Am Wächterbaum, der aus einem großen Stück Pappe geschnitten und mit Blumen, Schmetterlingen, Zeitungsblättern, Postkarten oder Bonbonpapier dekoriert wurde, können Fotos von Verwandten und Freunden oder Notizzettel hängen. Originell? Ja, und einfach wundervoll! Diese und ähnliche Ideen möchte Tatiana Ilchenko mit den Teilnehmern teilen. Schon zum zweiten Mal in Folge bietet ihr die Kooperation mit dem Goethe-Institut Kasachstan diese Chance. Die Workshopleiterin aus Almaty freut sich sehr, dass junge Leute Interesse an der Umwelt zeigen, aktiv an verschiedenen Seminaren, Workshops, Öko-Aktionen teilnehmen, ihre Vorschläge zur Verbesserung der Umwelt einbringen und lernen, die Natur zu schützen.

Amina Akmurzina, Schülerin der Gali Ormanova Schule Nr. 7 gesteht, dass sie mit dem Spiel “Urbane Ecken”, an dem sie sich seit sechs Monaten beteiligt, nicht nur tiefer in die Thematik Ökologie eintauchen, sondern auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt näher kennenlernen konnte. Für diese hatte sie sich vorher nicht so interessiert. Jetzt sieht sie Astana mit ganz anderen Augen und ist Stolz auf ihre Stadt. Heute ist sie der Meinung, dass Astana eine offene und freundliche Stadt ist und bereit für Innovationen. Während der Teilnahme an verschiedenen Workshops, darunter auch an Tatjana Ilchenkos, wurde ihr bewusst, dass der Mensch oftmals Schuld an den Umweltproblemen ist und dass man dies mit ein bisschen Fantasie verhindern kann.

Der jüngste Teilnehmer des Workshops “Nützliches aus Abfall gewinnen“ heißt Gamzat Nurgaleev. Er ist erst 8 Jahre alt und geht in der Hauptstadt in die Schule Nr. 27. Anfangs hat er nicht ganz verstanden, was das INFOLAB@, in dem meist interessante Dokumentationen aus Deutschland gezeigt oder Bücher, Zeitungen sowie Zeitschriften gelesen werden, eigentlich ist. Dann nahm er einfach eine Schere und einen Karton in die Hände und machte sich an die Arbeit. Vier Stunden Workshop gingen wie im Flug vorbei – auch für die anderen Teilnehmer. Das Ergebnis – farbenfrohe Selfis, die schon bald in den sozialen Netzwerken zu sehen sind.

Das vom Goethe-Institut Kasachstan und dem Regionalen Umweltzentrum für Zentralasien initiierte Projekt “Urbane Ecken” befindet sich in der abschließenden vierten Phase, die bis zum 30. August andauern wird. Der Gewinner wird für 7 Tage eine Studienreise nach Deutschland machen. Die Ergebnisse des Spiels werden im September 2018 bekannt gegeben.

Die Fotos kann man unter Galerie sehen.
Quelle: Goethe-Institut Kasachstan

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